Die unsichtbare Seite der Dinge: Der Erzählband „Es werden schöne Tage kommen“ von Zach Williams
Manchmal eilt die lesende Phantasie mit dem Gelesenen weit voraus, während der Alltagsverstand in seinem Alltagstrott gemütlich einher marschiert und noch überhaupt keine Begriffe hat für das, was er gerade aufgenommen hat. Wenn so etwas passiert, stehen wir meistens vor etwas Neuem, einer anderen Art zu schreiben, einem frischen Blick auf die Dinge.
In seinem Erzählband „Es werden schöne Tage kommen“ entfaltet der junge amerikanische Schriftsteller Zach Williams solch ein Panorama des Befremdlichen und Bizarren. Ein Paar wacht in einer Ferienhütte im Wald auf und stellt fest, dass es in der ewig gleichen Idylle gefangen ist, während der kleine Sohn keinen Tag mehr altert. Ein Mann findet seine ältere Nachbarin tot in deren Wohnung vor und beginnt eine aberwitzige Verfolgungsjagd. Ein anderer Mann - Williams' Hauptfiguren und Erzähler sind immer Männer - will eine „humane“ Mausefalle kaufen und wird in einen beunruhigenden Disput hineingezogen, in dem plötzlich sein eigenes Menschsein auf dem Spiel steht.
„Ich habe mich schon immer für Erfahrungsmomente interessiert, die von außerhalb des gewöhnlichen Bewusstseins stammen“, hat Zach Williams über seine Geschichten gesagt. „Diese Momente sind gar nicht so ungewöhnlich, auch wenn sie nur in Gestalt von Träumen, Panikattacken oder überschäumender Freude auftreten. Unrealistische oder übernatürliche Elemente gestatten mir, in der Story einen bestimmten Zustand zu erkunden – vielleicht einen Traumzustand, einen Zustand der Verwirrung oder der Ehrfurcht.“
Heute spreche ich im Bücher-Podcast mit Bettina Abarbanell, die die zehn Geschichten von Zach Williams zusammen mit Clemens J. Setz ins Deutsche übertragen hat.
„Es werden schöne Tage kommen“ von Zach Williams ist bei dtv erschienen, hat 271 Seiten und kostet 24 Euro.
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