F.A.Z. Bücher-Podcast

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00:00:08: Erst habe ich gedacht, das ist eine Parodie.

00:00:11: Dann dachte ich, der hat mein Buch glaube ich nicht gelesen.

00:00:13: und dann fiel mir aber auf dass man meinen Buch sehr genau lesen muss um eine derartige absurde Kritik schreiten zu können die sich auf eine winzige Szene im Buch bezieht und er daraus ableitet dass mein buch sich um Nachrichten aus der Schnatterzone der Damen Toilette handelt.

00:00:35: Als Dennis Schick das Buch von Iliko von Kürti in vierunddreißig Sekunden abfertigte, ahnte er sicherlich nicht dass er damit eine der lautesten Debatten des Frühjahrs lostreten würde.

00:00:44: Ihm wurde Sexismus vorgeworfen, Elke Haydenreich forderte seine Absetzung, er selbst konterte mit Lichtenberg.

00:00:51: die ARD stellte sich hinter den Moderator.

00:00:53: dann distanzierte sich Kürti von der selbstlos getretenen Debatte.

00:00:57: was bleibt davon?

00:00:58: Eigentlich ein paar spannende Fragen wie weit darf Kritik überhaupt gehen?

00:01:02: können drei Sätze, dreinhalb Buchseiten gerecht werden.

00:01:05: Hat die Literatur überhaupt noch eine Lobby?

00:01:08: Wir fanden das interessant!

00:01:09: Deshalb haben Jürgen Kaube und ich den Checkneulich-Interviewt – Das Gespräch ist am Samstag im Föhton erschienen Sie finden es in den Shownotes

00:01:19: Und Ende Juni erscheint darüber hinaus eine Antologie mit dem Titel Die Damment toilette die aus der Diskussion um den Schlagabtausch zwischen Dennis Schäck, Eliko von Kürti, Elke Heidenreich und Sophie Passmann hervorgegangen ist.

00:01:32: Wir möchten das zum Anlass nehmen noch mal zu fragen was Mülltonnen- und Darmtoiletten mit Literaturkritik zu tun haben?

00:01:39: Und was an den geäußerten Vorwürfen der Frauenverhältlichkeit und des Sexismus dran ist – ob es in der Debatte überhaupt um Literaturkritik geht und wo deren Grenzen liegen!

00:01:51: Ich bin Julia Enke

00:01:53: Ich bin Sandra Kegel und wir freuen uns, dass Sie dabei sind.

00:01:58: Du hast es eben schon gesagt, Sandra!

00:01:59: Ihr habt gerade ein Gespräch mit Dennis Schäck zu der sogenannten, ja wie sagt man jetzt, Damentoilette-Debatte geführt?

00:02:06: Und warum habe ich mich natürlich gefragt?

00:02:09: Gerade erst jetzt wollte Dennis Schaek erstmal Zeit verstreichen lassen.

00:02:13: ist er jetzt schon eine Weile her?

00:02:16: Das kann natürlich sein, dass er das wollte.

00:02:18: Aber wir wollten ihn persönlich treffen.

00:02:20: Wir wollten über Darmtoiletten und Wechseljahre und all diese Themen nicht per Zoom mit ihm sprechen.

00:02:28: Deswegen hat es ganz gut gepasst, dass Dennis Schek neulich in Frankfurt war um wiederum Tillmann Lame und seinen Thomas Mannenbruch zu moderieren.

00:02:36: Deswegen haben wir ihn dann persönlich getroffen und haben uns mit ihm zusammen im Frankfurter Hof zusammengesetzt was ganz schön ist weil das ist ja so ein Ort Der während der Frankfurter Buchmesse zum Beispiel immer auch ein literarischer Ort ist.

00:02:49: Fähigkeit zu verraten, inwiefern dem Check jetzt nochmal Stellung?

00:02:53: Also die Aufregung um den Verriss des Kürti-Buches von Dennis Schäck.

00:02:58: das war natürlich der Anlass für das Interview und die Frage inwieweit ihn das alles überhaupt noch beschäftigt.

00:03:03: also schläft er nachts überhaupt noch bereute es womöglich Spoiler eher nicht.

00:03:10: aber daraus entstanden ist dann einen wie ich finde doch sehr Anregendes und auch lustiges Gespräch geworden, über generell eher Wohl-und-Wehe der Literaturkritik.

00:03:23: Was kann Literaturkritik im Fernsehen leisten?

00:03:26: Was darf sie leisten?

00:03:28: Warum Bücher, die gelesen werden... Also Bestseller vom Föttern so gerne übersehen werden als wären sie so etwas wie peinliche Verwandte auf einer Kunstvernissage.

00:03:37: Wir hatten also einen ganzen Strauß von Themen.

00:03:40: Und Dennis Schäck ist ja immer für eine Anekdote gut!

00:03:43: Mindestens für eine.

00:03:45: Wie bist du eigentlich auf die Debatte aufmerksam geworden bzw wie hast Du sie verfolgt?

00:03:50: Ja, man könnte in gewisser Weise ja nicht darauf aufmerksam werden und kam dieser Debatte nicht und ich finde das ist ja auch schon ein ganz wichtiger Punkt!

00:03:59: Du hast ja in deinem Artikel zu der Diskussion von einem glänzend funktionierenden Aufmerksamkeitskarussell gesprochen.

00:04:06: Das galt ja nicht nur für Kürti und Heidenreich, die ihre Beiträge dann in der Zeit platzieren konnten.

00:04:12: Das gilt jetzt auch für Dennis Schek selbst in der FHZ.

00:04:16: Da spielt eine große Rolle in dem Ganzen aufmerksamkeit.

00:04:20: Absolut!

00:04:21: Da ist er natürlich auch Profi – das weiß er auch.

00:04:23: Deswegen nehme ich an, hat er diesen Interview zugestimmt exklusiv mit ihnen ein Gespräch eben über die Damen-Toiletten-Kontroverse.

00:04:34: Aber das darf man bei diesen öffentlich geführten Kontroversen eben nie vergessen, dass die Akteure, die daran teilnehmen, davon nicht nur Schaden nehmen – das kann natürlich auch passieren!

00:04:45: Das kann natürlich weh tun, Objekt eines Shitstorms zu werden ist halt aber... mitunter eben auch ein auf die Konten derer, die diese Streitigkeiten austragen.

00:04:58: Das hat etwas mit Aufmerksamkeitsökonomie zu tun.

00:05:00: das kennen wir alle und wir haben es ja hier mit drei sehr prominenten Vertretern der Literatur Szene zu tun, die ganz weit oben dabei sind.

00:05:10: Das lässt sich natürlich auch kapitalisieren.

00:05:12: da wird dann vielleicht auch das eine oder andere Buch geschaut oder eben auch gekauft in schuliger oder eben eine Sendung dann eben doch geschaut.

00:05:20: Hier.

00:05:21: Witzigerweise kamen allerdings doch der Umstand hinzu, also dass Kürtyschek und Heidenreich die eben die Absetzung der Sendung gefordert hatte.

00:05:30: In unserer Generation ja sehr bekannt sind.

00:05:34: aber als ich in unserer Redaktionskonferenz in Frankfurt ankündigte das sich darüber ein Artikel schreiben möchte da schaute ich in eher fragende Gesichter meiner jüngeren Kollegen weil Heidenreichek-Kürti eben für uns so was wie die Samstagsabendshow von Rudi Karel.

00:05:50: Wir kennen das alle noch, aber die jungen Kollegen haben sich wirklich die Augen geredet und gefragt, was ist denn hier los?

00:05:56: Wir wissen gar nicht warum ihr euch alles so aufregt!

00:05:59: Okay also Sie kennen sie natürlich als Bestsellerautoren oder Autorin und Schek ist ja als Fernseh-Literaturkritiker auch bekannt und auch als Autor von Büchern wir heißen die Scheks kulinarischer Kompass oder diesem Hundebuch der undogmatische Hund.

00:06:16: Aber sie kannten eben nicht den Strei zwischen Heidenreich und Schäck.

00:06:19: Und das ist ja eine Fede, die wir sich jetzt auch noch mal rausgestellt hat wirklich eine lange Geschichte hat?

00:06:25: Eine wirklich sehr lange Geschichte also eine Jahrzehnte lange Geschichte wobei das Verrückte eben ist dass Sie beide in derselben Stadt leben.

00:06:34: Sie leben beiden Kölner einige Straßen voneinander entfernt.

00:06:38: man könnte meinen sie begegnen sich morgens beim Bäcker aber nein das tun sie nicht!

00:06:42: Die Klingen werden im Vötorn gekreuzt beschimpfen sich gegenseitig beziehungsweise sie nennt ihn hysterisches Rolltreppendicker.

00:06:49: Ich bin eher bezweifelt, dass hier eine echte Kritikerin ist.

00:06:52: also da geht es jetzt nicht um falsch abgestellte Mülltonnen wie das sonst so beim Nachbarschaftsstreit gerne der Fall ist.

00:06:59: Das ist ein richtiger Hochkulturbief.

00:07:03: Interessanter Weise hat Dennis Schek im Interview als wir ihn darauf ansprachen gesagt er wäre doch froh wenn der Streit beigelegt werden könnte.

00:07:12: Ich habe ihm das sofort geglaubt.

00:07:14: Also absolut vollständig!

00:07:16: Wie siehst du die Unterschiede zwischen den beiden?

00:07:20: Geheidenreich in meiner Wahrnehmung von Dennis Schäck unterscheidet, ist jetzt abgesehen davon.

00:07:24: Das Schäkt glaubt mit Juli C fürs Fernsehen auf dem Pferd durch die Gegend reiten zu müssen vielleicht und Heidenreich nicht dass sie ihre Kritik eigentlich immer auf den Menschen errichtet also wirklich den Menschen kritisiert oft beleidigend.

00:07:41: ich habe auch heidenreich super bestselle Altern gelesen und Ich finde es in diesem Zusammenhang fast witzig das es am Ende eine Stelle gibt wo's heißt noch Briefe, aber auf Bosheiten und Besserwissereien reagiere ich auch nicht mehr.

00:07:55: Und vieles geht mir im Alter wie schon in den jungen oder mittleren Jahren einfach am Arsch vorbei.

00:08:03: Und dass sie auf Boß halten und Besserwissereien nicht eingeht, das hat sich jetzt ja nicht als wirklich wahr erwiesen?

00:08:10: Das ist nun wirklich nicht wahr!

00:08:12: Und das ausgerechnet von jemandem wie Ecke Heidenreich die öffentlich den Rauswurf eines Kollegen gefordert hat – das ist natürlich schon ein ungeheurer Vorgang.

00:08:22: Also das eine ist zu kritisieren und warum soll nicht Dennis Schäck Auch kritisiert werden?

00:08:27: natürlich.

00:08:28: Er teilt ja selber auch aus, aber es ist immer noch mal was anderes, ob man jemanden kritisieren oder ob man seine Absetzung fordert.

00:08:35: Das geht natürlich viel zu weit.

00:08:37: Aber das scheint in ihren Augen gar kein Widerspruch zu sein und vielleicht lässt Dennis Scheck sie tatsächlich kalt, aber sie will es ihm nochmal persönlich sagen bevor er dann aber bitte schleunig gehen soll.

00:08:50: Hattest du eigentlich schon mal Erfahrung mit Elke Heidenreich?

00:08:53: Ich persönlich nicht, aber wahrscheinlich ändert sich das ist.

00:08:56: Mit unserem Gespräch!

00:08:58: Aber ob sie es kalt lässt weiß ich eben nicht.

00:09:00: Es ist noch nicht so lange her.

00:09:01: da hat mein Kollege in der FAS Joghto man ein Interview geführt mit Sebastian Fitzek Und in dem Gespräch kam auch zur Sprache, dass Dennis Schäck-Fizek in seiner Sendung druckfrisch eigentlich regelmäßig in die Tonne haut.

00:09:16: Und darauf hat Elke Heinreich, die jetzt mit diesem Interview überhaupt nicht zu tun hatte ein Leserbrief geschrieben der dann auch veröffentlicht wurde und in dem ging es darum das Schäkt das mit ihren Büchern auch mache und sie schrieb dann eben wie mit allen die Erfolg haben.

00:09:33: Das hört sich dann so an.

00:09:36: Also man muss sich diesen Wortlauf mal vor Augen führen, sie sagt Fizek und ich haben zusammen viele Millionen Leser.

00:09:43: die wandern ja dann automatisch in die schäcksche Tonne wie Respektlos von einem Mann der seine mühsam produzierten Schnörkeleien vom Teleprompter abliest Ein Mann, der noch nie in irgendeinem Völtern einen Beitrag zustande gebracht hat.

00:09:59: Ein Mann der deutsche Sprache kritisiert und selbst nur schwebeln kann oder endet dann in den Worten Der kleine Dennis möchte endlich aus dem Kritikerparadies abgeholt werden.

00:10:09: also was die Forderung auch hier nach dem Ende der Sendung ist.

00:10:13: Und einmal abgesehen von den Beleidigungen man fragt sich ja wirklich wo sind wir denn hier?

00:10:18: Also was ist das für einen Ton, der ist es auf Twitter auch nicht besser.

00:10:22: Abgesehen davon taucht ihr eine Unterstellung auf.

00:10:25: die finde ich interessant weil man die in der Diskussion um die Bücher von Iliko von Kirti und Haldenreich immer wieder gesehen hat nämlich die Unterstellung dass Dennis Schäck etwas verreist weil es erfolgreich ist.

00:10:40: vielleicht können wir darüber ein bisschen reden.

00:10:42: hatte dazu im Gespräch was gesagt.

00:10:45: Ja, das ist ganz interessant was du hier ansprichst.

00:10:49: Weil Dennis Schäckbücher ja nicht verreist weil sie erfolgreich sind wie Ecke Heidenreich im Unterstell, sondern weil die eben auf der Bestele Liste stehen und er quasi Fernsehamt dass er inne hat die beste Liste liest und zwar komplett seit dreinzwanzig Jahren.

00:11:06: muss man sich auch mal vorstellen dass ich das jemand freiwillig antut und diese kritisiert.

00:11:10: davon gibt es schon Mal Nicht viele Kritiker Weil Besteller und hohe Literatur, das ist ja nicht unbedingt Deckungsgleich.

00:11:21: Von daher stimmt das nicht, was Elke Heinreich ihm unterstellt.

00:11:25: Und das Interessante ist, dass dieses Format der Besseller Kritik – das erzählt er eben ganz schön in dem Interview – wiederum aus einem Konflikt hervorgegangen ist.

00:11:35: Nämlich mit der Redaktion als sie diese Sendung druckfrisch die Literatur-Sendung der ARD entwickelt haben vor fast fünfundzwanzig Jahren, da wollte der Sender so eine Art Hawkshow mit Leuten, die berühmt sind und dann ein Buch geschrieben haben.

00:11:51: Zum Beispiel der Papst oder Boris Becker oder wen es damals so gab – Kalagerfeld!

00:11:55: Und die sollten bei Dennis Schäck in der Sendung auf der Couch sitzen.

00:11:59: Also quasi Markus Lanz für Leute, die ihn buchgeschrieben haben.

00:12:02: Aber

00:12:02: sie begreifen nicht dass es mehr als Liberaturkritiker diese Leute haben alle ihre Verdienste auf anderen Feldern erworben aber im Mediumbuch rubeln die lediglich diesen Berühmtheit um.

00:12:14: Hier wird in Aufmerksamkeits ökonomischer Austausch durchgeführt.

00:12:19: Eine Berühmtheit gegen aufmerksam als Buchautor und natürlich letzten Endes auch gegen

00:12:24: Geld.".

00:12:25: Und das wollte wiederum Dennis Scheck nicht, der echter Literaturkritiker war aus seinem Selbstverständnis – und ist er ja auch?

00:12:31: Er hat damals viele Jahre schon beim Deutschlandfunk als Literaturedakteur und Kritiker gearbeitet!

00:12:35: Und er hat eben gesagt, dass kann es nicht sein, das will ich nicht.

00:12:39: Ich möchte mit echtem Literaten über echte literarische Werke sprechen.

00:12:44: Und man kam irgendwie nicht weiter.

00:12:47: und dann erinnerte er sich an einen Essay, den er gelesen hatte von Gore Vidal dem amerikanischen Essayisten- und Autor der ein Essay geschrieben hat über die Amerikaner anlässlich der Lectüre Der Besselle der New York Times aus einem ganzen Jahr.

00:13:03: Also Gore Vital hatte ein Jahr lang amerikanische Bestseller gelesen und dann den Amerikanern den Puls gefühlt.

00:13:09: Und das fand Schek so interessant, dass er diese Idee quasi geklaut hat vorgeschlagen hat der Redaktion und gesagt hat Leute, da haben wir jetzt die gelesene Literatur also die Bestsella in der Sendung und dann kann ich im zweiten Teil mich mit Schriftstellern unterhalten, die ich literarisch für satisfaktionswürdig halte.

00:13:31: Und das ist eigentlich eine ganz interessante Sache.

00:13:34: und deswegen liest er, und rezentriert er die Bestseller, die wir in Deutschland haben.

00:13:39: Also abwechselnd ja Sachbuch- und Beletristik... ...und da wird halt gelobt!

00:13:44: Da wird aber auch ordentlich von ihm verrissen.

00:13:47: Und zwar weil Schekke – und das glaube ich schon – zeigen will dass Erfolg eben nicht automatisch heißt, dass es ein gutes Buch ist.

00:13:55: Also bei ihm ist die Bestsellaliste ein Prüfstand eben und keine Bühne.

00:14:00: Das sieht, glaube ich, Eckeheiten reich anders.

00:14:02: Die Bestsellerautorin!

00:14:04: Was

00:14:04: denke ich auch?

00:14:05: In der Süddeutschen hieß es ja dann das Ildiko von Kürti auf Platz eins der bestseller Liste stehe könne entweder nur darauf hindeuten dass ildikog von kürti richtig gut schreiben also richtig gut erzählen kann oder eben sie schenkt darauf dass die vielen frauen die so etwas kaufen ihre doof sind.

00:14:22: das war wahrscheinlich lustig gemeint Nimmt aber wieder auf, was Heidenreich als eine Art Anspruch formuliert.

00:14:30: Was erfolgreich ist und so viele Leserinnen findet kann im Grunde nicht schlecht sein.

00:14:35: Und das hat mit Literaturkritik nichts zu tun und führt uns vielleicht sowieso zu der Frage – was hat diese Debatte überhaupt mit Literaturgritik zu tun?

00:14:48: Klar!

00:14:50: Ich würde sagen viel und wenig.

00:14:52: Was in der Debatte verhandelt wurde War nämlich nicht so sehr die Frage, ob für dieses Buch jetzt gelungen ist oder nicht?

00:15:00: Es gab sogar einige Kritiker, die darüber geschrieben haben.

00:15:03: Liebe Julia, die das Buch gar nicht gelesen hatten!

00:15:06: Sondern die Frage wer das Recht hat, das zu beurteilen.

00:15:10: und es ist ja klar uns ist klar Verkaufszahlen dürfen nicht als Gegenargument gegen die Kritik ins Feld geführt werden weil Literaturkritik, und das finde ich hat diese Debatte eben schon gezeigt etwas ganz anderes ist als Publikumsgeschmack.

00:15:26: Aber es gibt eben auch dass ein Buch ist erfolgreich und trotzdem nicht gut!

00:15:31: Und das muss man glaube ich mal aussprechen.

00:15:37: eine unbequeme Wahrheit.

00:15:38: darin steckt ja die Aussage Millionen Menschen, die jetzt Eliko von Kürtizbuch gelesen haben und es mögen, haben sich geirrt.

00:15:48: Und das ist das, was natürlich so viele gegen Dennis Schäck auch aufgebracht haben.

00:15:53: Die vielen Kürtjeleserinnen die gesagt haben wieso sagt er das eigentlich?

00:15:57: Ich habe so viel aus diesem Buch herausgezogen warum kritisiert ihr das?

00:16:01: Aber ich meine eben dass muss man verteidigen.

00:16:04: also da muss man die Literaturkritik unbedingt verteidigend auch gegen den Massengesprach auch gegen das Publikum und gerne auch robust.

00:16:12: und ich würde immer dazusagen wir als Literatur Kritiker wissen natürlich auch Die Kritik kann sich genauso irren, genauso wie sich der Markt irren kann.

00:16:22: Ich glaube sie irren sich aber auf unterschiedliche Weise oder wie würdest du das sehen?

00:16:26: Ja, also ich sehe es glaube wie du.

00:16:28: Ich weiß nur nicht ob ich von Irrtum sprechen würde weil vielleicht haben sie sich nicht geirrt?

00:16:32: Sie hatten vielleicht andere Kriterien.

00:16:34: Sie fühlten sich gut unterhalten.

00:16:37: Sie haben darin etwas gefunden was sie selber betrifft aber sie haben es auch gar nicht mit literaturkritischen Kriterie gelesen weil ist sie vielleicht nicht interessiert.

00:16:46: ja.

00:16:46: Aber ich glaube für uns das ist schon wichtig immer wieder zu betonen dass zur Grundvoraussetzung der Literatur Kritik gehört den Markterfolg von Büchern und die Frage nach der Qualität zu entkoppeln.

00:16:58: Für uns versteht sich das von selbst, aber man muss es dann wie du eben gesagt hast immer wieder nochmal betonen.

00:17:04: also ein Buch kann sich sehr gut verkaufen oder kann sehr gut sein.

00:17:07: Das kann sich aber auch sehr gut verkommen aus literaturkritischer Perspektive schlecht sein und umgekehrt.

00:17:14: Es kann sehr good sein und sich kaum verkaufen, schlecht sein, und sich schlecht verkaufen.

00:17:18: Also alles ist möglich Was hier interessant ist, warum?

00:17:24: Weil Iliko von Kürti war ja sofort Platz eins der Bestsellerliste Sachbuch nach Erscheinen und hat auch sofort Giselle Pelicot überholt.

00:17:34: Warum ist deiner Einschätzung nach Iliko Von Kürti so erfolgreich mit ihren Büchern?

00:17:41: Sie schreibt natürlich schon über Dinge die viele Menschen denken und fühlen und das in einer Sprache Müllos klingt, die ganz niedrigschwellig ist.

00:17:54: Die sich an eine große Leserschaft wenden, nämlich an die weibliche Lesershaft weilkürt die weibliche Lebenswirklichkeiten beobachtet und beschreibt.

00:18:05: Daraus zieht sie jetzt keine großen sociologischen Thesen aber also sie bleibt ganz nah am alltäglichen und eben auch bei sich.

00:18:14: also alt genug ist ihr Erstes Sachbuch, wenn ich das richtig sehe.

00:18:18: Auf jeden Fall ist es ein Buch in dem Sie ganz viel von sich preisgibt, persönliches Intimes.

00:18:25: Allein die Szenen, wenn sie über ihre Phobien schreibt ... Sie erzählt das sehr unterhaltsam aber... Das muss man schon anerkennen dass da ja ein bitterer Erleben drin steckt und das ist durchaus gewagt von ihr, dass sich da so in den Wind zu stellen, das hätte sie gar nicht tun müssen.

00:18:45: Darin, glaub ich, finden sich ihre Leserinnen ... hauptsächlich Leserin wieder.

00:18:50: Da fühlen sie sich gesehen und auch verstanden nicht so in einem therapeutischen Sinne oder im ironisch distanzierten Sinn.

00:18:57: Man könnte fast sagen freundschaftlich.

00:18:59: Ich hab Kürti-Leserinnen gesprochen, die das so tatsächlich empfunden haben.

00:19:04: Sie lesen das wie die Notate einer Freundin.

00:19:10: Und dass Iliko von Kürti ... in den sozialen Medien dann eben auch dort weitermacht, also für sie als Autorin nicht mit dem letzten Satz eines Buches quasi die Beschäftigung endet mit ihren Lesern.

00:19:23: Sondern sie eine Gemeinschaft etabliert, die sie auch in den socialen Medien anspricht – das ist klar!

00:19:29: Das schafft natürlich Loyalität, ist glaube ich ein Teil ihres Erfolgsgeheimnisses und das schlägt sich natürlich in den Leser-Zahlen nieder.

00:19:39: Was wäre deine These?

00:19:42: Ich fand besonders interessant die Passage, in der es um Ediko von Curtis Bewerbung bei Germany's Next Topmodel ging.

00:19:49: Über die ja dann in den Medien auch ausführlich berichtet wurde.

00:19:54: Sie fühlt sich gut geeignet sagt sie um ihre Altersgruppe mit Würde Humor und viel Freundlichkeit zu repräsentieren Und sie hat ja auch was davon Und schreibt das ja auch auf.

00:20:07: Sie steigert ihre Reichweite, aber sie nennt es nicht Reichweites.

00:20:10: Sie nennt ist eine Gemeinschaft auseinander wohlgesinnten Frauen die sich dann gegenseitig stärken Mut machen, die sich beistehen und tapferaltern und allmählich verschrumpeln und trotzdem nicht bereit sind in der Versenkung zu verschwinden.

00:20:29: also dass ist ja auch lustig.

00:20:31: Also ich finde das schon an vielen Stellen sehr lustig.

00:20:34: Interessant finde ich aber, dass sie in ihrem Buch ein Bild von sich entwirft.

00:20:38: Ein Ich das im Grunde wie alle ist.

00:20:43: Das ist für mich eine Fiktion, die auf ganz beeindruckende Weise funktioniert.

00:20:49: Sie sagt eigentlich, Jörg Tadeus hat das auch neulich so formuliert und das ist sozusagen ihr Programm.

00:20:58: Sie erzeugt also durch diesen Zuruf, sie ruft uns zu beim Lesen Ich bin eine von euch und erzeugte dadurch eine Gemeinschaft aus wohlgesinnten Frauen und verspricht denen dann eine Art Erlösung.

00:21:13: denn wenn man sagt ich bin einer von euch sagt man ja auch ihr werdet sein wie ich.

00:21:17: Also es ist eine Art Verschmelzung.

00:21:20: Damit verspricht sie ja auch, dass es ihnen wie ihr egal sein wird.

00:21:24: Wie alt Sie aussehen.

00:21:26: die Falten im Gesicht sind dann Spuren des Lebens und wie Sie werden wir dann in eine Komfortzone eintreten und in einen guten Ort einer Heimat.

00:21:37: Und das ist das Versprechen, was sie eigentlich gibt.

00:21:41: Das funktioniert in der Weise, dass da offenbar sehr viele daran teilhaben wollen.

00:21:46: Du fühlst dich scheiße?

00:21:48: Kenne ich!

00:21:49: Du schämst dich für deinen Charakter und für deinen Hintern, kenn ich.

00:21:53: Du denkst das du eine schlechte Mutter und eine unzumutbare Partnerin bist?

00:21:57: Du denkest dass du diesen Schmerz keine Sekunde länger aushalten kannst?

00:22:02: Dass du erstickst an dem Ungesagten, dass du dein Glück nicht verdient hast?

00:22:07: Das kenne ich alles so gut!

00:22:09: Und deswegen sage ich was ich fühle... Weil ich weiß, dass immer irgendwo eine Frau zuhört, die mich versteht.

00:22:16: Die dieses Gefühl kennt und die frohe ist zu wissen, dass sie damit nicht alleine

00:22:20: ist.".

00:22:21: Ja das finde ich total interessant was du sagst.

00:22:24: alt genug ist jetzt für mich der Einstieg in die Kürti Literatur gewesen.

00:22:29: Ich habe ihre früheren Bücher nicht gelesen war dann aber echt überrascht hier zu lesen, dass sich die Autorin fast distanziert.

00:22:40: Ich weiß nicht ob dir das an der Stelle auch so gegangen ist aber sie distanzieren sich eigentlich von ihren früheren so wahnsinnig erfolgreichen Romanen die jetzt um Teil Millionen Leser gefunden haben.

00:22:52: Das hat mich schon erschreckt weil er dachte ich das macht eben doch was mit Menschen also auch bei größtmöglichem Erfolg Also einer Autor in die eine Million Auflage hat.

00:23:04: und dann ist da doch dieses Gefühl Nagend, ich werde nicht richtig ernst genommen.

00:23:10: Das ist offenbar etwas das Illyko von Kürti sehr umgetrieben hat.

00:23:15: Also sie hat in ihrem Sachbuch alt genug dass er eigentlich von den Wechseljahren handelt also zumindest von Frauen sozusagen im vortrischen Alter und der Frage wie wir oder wie Sie also wie Illyco von Kyrti damit umgeht mit dieser neuen Lebensetappe.

00:23:30: Und da schreibt sie eben, dass ihre früheren Bücher in rosa farbender Tinte geschrieben wurden.

00:23:37: Das ist schon so ein bisschen fast negativ.

00:23:39: Und das Erfolgsrezept war und das zählt sie dann auch so auf, dass Ende immer happy keine Toten, keine Krankheiten dafür Liebeskummer Langeweile und Befreiung Betrug Tränen und Versöhnungen.

00:23:53: Und dann zitiert sie eine Leserin die ihr geschrieben hat Zitat Kürti lesen Ist wie Ein Tag am Strand Gute Laune haben und über nichts nachdenken müssen.

00:24:05: Und sie zitiert eine weitere Leserin, die ihr schreibt.

00:24:09: Die Bücher von Kürti sind immer so herrlich belanglos.

00:24:14: Das ist natürlich irre!

00:24:15: Weil das meinen diese Leserinnen ja als Kompliment genauso wie du es vorhin gesagt hast?

00:24:20: Sie ist eine von uns aber für Kürti ist das eben kein Komplament sondern hat sie offenbar so verletzt dass sie wie sie hier schreibt in diesem Buch sich von ihrem eigenen Zitat fluffigen Rufbefreien will und als Autorin ernst genommen werden möchte.

00:24:37: Und sie möchte beweisen, dass sie eben auch mit Zitat dunkler Tinte schreiben kann.

00:24:44: Das ist ja klar.

00:24:46: Wenn jemand so viel Preis gibt von sich Auch diesen Schmerz.

00:24:50: Hey Leute ich bin eigentlich nicht wirklich von euch ernst genommen worden.

00:24:54: ihr habt meine Bücher

00:24:54: gekauft

00:24:55: Ihr habt mir jetzt schon eine Million Auflage verholfen aber im Grunde nehmt ihr mich nicht ernst dass dann ein Verriss, wie der von deine Checksi besonders geschmerzt haben muss.

00:25:04: Aber wir, Julia... Wir sind ja auch Kritikerinnen und müssen ja auch verreißen!

00:25:09: Und du bist ja auch eine sehr meinungsstarke Kritikerin.

00:25:13: Wie ergeht es dir dabei?

00:25:14: Also erstmal, ich finde deine These total interessant.

00:25:17: Ich habe es tatsächlich gar nicht so wahrgenommen weil ich mir nicht sicher war wie diese Komplimente der Leserin herrlich belanglos, ob sie das nicht auch ein bisschen feiert, ob da nicht auch eine Kuketterie drin liegt.

00:25:31: aber stimme dir zu dass die Verletztheit eigentlich dafür spricht Ebene gibt, dass sie jetzt ja auch nicht umsonst vielleicht im Völton der Zeit klar parallel zu Elke Heidenreich ihren Debattenbeitrag platzieren wollte.

00:25:51: Also das kann schon sein finde ich schon interessant.

00:25:55: Ich finde was unsere Aufgabe ist als Literaturkritikerin es auch darüber zu sprechen Warum eigentlich Bücher so erfolgreich sind, genauso wie wir das jetzt machen.

00:26:09: Und das ist ja auch Teil der Literaturkritik.

00:26:11: also es geht ja nicht nur darum dieses Buch ist schlecht oder gut und man findet das Argument dafür sondern genau das was wir jetzt tun.

00:26:18: diese Analysen sind finde ich Teil unserer unsere Arbeit warum sich solche Bücher besonders gut verkaufen und was dass dann eben auch Nicht nur über die Autorin und ihre Werke aussagt oder über die autoren Sondern auch über die Zeit oder die Gesellschaft, in der wir leben und was es da für Sehnsüchte gibt.

00:26:39: Ich hatte das.

00:26:40: neulich habe ich den Roman Lazar – ich weiß nicht ob du den gelesen hast von Nelio Biedermann gelesen?

00:26:46: Und er ist ja explodiert!

00:26:48: Der Nelyo Biederman ist erst als Zweiundzwanzig und hab mich gefragt warum ist er so ungeheuer erfolgreich wozu man ihm natürlich nur gratulieren kann.

00:26:58: Lazar ist ja etwas ganz anderes, ein bisschen Gegenbuch zu allem was Edikow von Kürti geschrieben hat.

00:27:04: Weil er es randvoll mit literarischen Verweisen Schnitzler, Zugmayer Josef Roth Thomas Mann und auch Marcel Proust.

00:27:13: Und diese Anleihen geben dem Roman dann so einen Sound der Zeit also der Jahrhundertwende und das beginnenden Jahrhunders wo das zum Teil spielt.

00:27:22: Es entsteht da so ein eindrucksvoller Effekt wie einen Rundgang durch die Bibliothek, Bücher der größten Schriftsteller.

00:27:30: Und daran ist irgendwie nichts unangenehm.

00:27:32: aber es lohnt sich dann schon zu fragen was diese Zitate sollen.

00:27:36: also weil gerade wenn das um Literatur der anbrechenden Moderne geht's ja auch um die Zerschlagung von zählerischen Gewissheiten geht und für mich zum Beispiel bei Nelio Biedermann so, dass Lazar diese ganzen Zitate eigentlich trivialisiert.

00:27:54: Also für mich ist das eine nostalgische Beeindruckungsprosa und das mag dann für manche polemisch klingen aber das ist ja auch der Job den wir machen also solange man es mit einem Argument verknüpft.

00:28:06: Ja genau!

00:28:07: Das ist der Job wie du sagst ein absolut lohnenswerter Artikel, den du da geschrieben hast.

00:28:14: Der mir auch noch mal ganz viel klargemacht hat was es mit diesem Roman auf sich hat.

00:28:19: und das ist unsere Aufgabe.

00:28:20: und das führt eben dazu dass man manchmal wenn man über die Frankfurter Bruchmesse läuft sich wie in einem Spießrutenlauf vorkommt weil wir dort den Autorinnen und Autoren begegnen deren Bücher wir vielleicht kritisch besprochen haben zumindest sofern sie dazu zählen Kritiken zu lesen.

00:28:37: Es gibt ja auch Schriftstellerinnen und Schriftstellern die das einfach nicht tun.

00:28:41: Die lesen einfach keine Kritiken, was man absolut verstehen kann und das sind ja auch zwei verschiedene Sphären, die sozusagen in den Werk aufeinander stoßen also der Autor oder der Kritiker Und natürlich schmerzt das.

00:28:58: Also es wird wahrscheinlich auch an Herrn Biedermann nicht einfach so vorübergegangen sein, dass man seinen Buch mal gegen den Strich gelesen hat wie du das getan hast.

00:29:08: aber es ist eben unheimlich wichtig!

00:29:10: Man schreibt ja immer vor allem für die Leser.

00:29:13: also wir sortieren ja... Das ist ja unsere Aufgabe als Kritiker und ich finde es immer kommt ganz selten vor aber es passiert tatsächlich, dass Autoren schon mal Kritiken, die sie quasi weit genug von sich weggehalten haben dann betrachten konnten.

00:29:31: Also zumindest ein Argument betrachten konnten und dann ist auch womöglich ernst nehmen konnten.

00:29:37: das ist natürlich das tollste was Kritikerinnen was Kritikern passieren kann wenn so etwas gelingt also wenn man sozusagen mit dem Argument durchdringt.

00:29:47: Es gibt aber natürlich Verrisse, die sich nachhinein als absolut höchst herausstellen.

00:29:53: Da gibt es da hinreißende Beispiele aus der Literaturgeschichte.

00:29:56: also wir alle kennen Mark Twain's abfällige Äußerungen über Jane Austen zum Beispiel.

00:30:02: Also über stolz und Vorurteil hat er geschrieben.

00:30:06: immer wenn er das liest als würde er es mir einfach lesen.

00:30:09: Er schreibt das so, immer wenn er es liest würde.

00:30:11: Am liebsten Jane Orston aus ihrem Grab ausbuddeln und mit ihrem eigenen Schienbein auf den Schädel schlagen.

00:30:17: Also

00:30:19: schon diese Metapher ist ja sowas von absurd!

00:30:22: Virginia Woolf hat sich über James Joyce und Desson Ulysses hergemacht Tolstoy immer wieder an Shakespeare rumgenörgelt und dessen Rom völlig übertrieben gewesen sei.

00:30:33: also dass jetzt noch mal ein paar berühmte Fehleinschätzung bzw.

00:30:38: ich dachte Man könnte eigentlich auch mal ein Artikel schreiben über diese Anti-Kanon-Teraden.

00:30:43: Die sind ja auch schon wieder sehr unterhaltsam.

00:30:45: Ja, also Tote berühmte Autoren zu verreißen oder ihren Ruhmen in Frage zu stellen ist natürlich auf eine gewisse Weise auch ungefährlich.

00:30:53: aber immer auch hier braucht man gute Argumente.

00:30:55: darum geht es am Ende ja immer.

00:30:57: wir haben im Föltern der FS mal eine Literaturausgabe mit lauter Verrissen nur von Klassikern gemacht Und das hat ehrlich gesagt ungeheuer viel Spaß gemacht, weil ich endlich schreiben konnte wie schrecklich ich Hermann Hesses Steppenwolf finde und warum.

00:31:12: Habt dann aber festgestellt, dass Thomas Mann Steppen Wolf experimentell so gewagt fand wie André Gieds Falsch Münzer oder James Joyce Ulysses und dachte auch seltsam dieser Thomas Mann mich hat es wirklich an eine langartige Therapiesitzung erinnert Und es ist so wahnsinnig humorlos.

00:31:33: Genau, und Herr Mannhesse ist tot und wenn Autorinnen und Autoren noch leben und man sich wie du sagst zum Beispiel auf der Buchmesse begegnet, ist das etwas anders.

00:31:42: Sie haben dann finde ich das gute Recht mich zu hassen obwohl meine Kritik dem Buch galt und natürlich nicht der Person des Autors.

00:31:50: aber für die ist das natürlich dann eins und jedenfalls in den meisten Fällen.

00:31:55: Manchmal gibt es tatsächlich Begegnungen aus denen Gespräche hervorgehen auch über den kritischen Text, den man geschrieben

00:32:02: hat.

00:32:03: Bei mir war das zuletzt mit Reinhard Götz.

00:32:06: Das fand ich sehr besonders und es kommt glaube ich sehr selten vor.

00:32:10: aber trotzdem fragt man sich natürlich immer wieder wie viel Polemik ist erlaubt?

00:32:14: gibt es Grenzen der Literaturkritik oder auch Grenzen des Verrisses?

00:32:20: was sagst du?

00:32:23: Ich würde sagen, Polemung ist unbedingt erlaubt.

00:32:25: Weil sie Urteile eben sichtbar macht und zu spitz Debatten in Bewegung bringt und verhindert das Literaturkritik zu einer langweiligen Inhaltsangabe wird.

00:32:36: Aber klar man muss das Werk immer noch erkennen können.

00:32:39: ja also was ist das Werk?

00:32:41: Also ich meine kluge Kritik darf gern robust sein aber sie muss wie du eben auch schon gesagt hast die muss auf das Werk zielen, die Idee und den Stil.

00:32:53: Und sie ist natürlich auch einer Wahrheit verpflichtet.

00:32:56: also Zuspitzung ja, Verfälschung nein da muss man schon mit sich selbst quasi ins Gericht gehen.

00:33:04: wie weit lässt man sich jetzt dahin reißen?

00:33:07: Ja und Polemik muss erhellen um als Kritik durchzugehen.

00:33:12: ich finde man merkt dass immer so ein bisschen den Unterschied wenn man am Ende eines Textes noch weiß was kritisiert wurde und nicht wehr vorgeführt.

00:33:20: Da gibt's ja dann doch irgendwie so ein schmaler Grad, das Tollste ist eben wie gesagt wenn ein Kritisierter sagt unverschämt was die da geschrieben hat aber vielleicht in einem Punkt nicht ganz falsch.

00:33:35: also dass es mehr Lob kann man sich nicht wünschen.

00:33:39: kannst du dich denn noch an deinen härtesten Verriss erinnern?

00:33:44: Ich weiß nicht, es gab mal diesen Roman von Matthias Politicchi der in Kuba spielte.

00:33:49: Der hieß Herde Hörner und ich fand die Sexsehen wirklich furchtbar und habe das glaube ich auch deutlich zum Ausdruck gebracht.

00:33:56: und das war glaube ich relativ hart.

00:33:59: Und was aber auch dazu gehört ist von Monika Maron Arthur Lanz und Das war eher schmerzlich und das finde ich z.B.

00:34:08: spielt auch eine Rolle Du kennst das sicher auch dass Bücher eine Enttäuschung sein können, weil man zum Beispiel alles von einem Autor oder einer Autorin gelesen hat und diese Autoren wirklich wichtig sind.

00:34:22: Und man das gar nicht glauben kann dass man ein Buch von ihr oder von ihm nicht gut findet.

00:34:31: Ich habe zum Beispiel Monica Marons Werk immer sehr verehrt.

00:34:34: Flugasche ist eines meiner liebsten Bücher.

00:34:37: Das ist dann auch bitter, wenn man auf eine Weise gar nicht mehr sich darin wiederfindet oder so eine Art Abschied nehmen muss.

00:34:51: deren Werk ich quasi auch komplett gelesen habe und sie auch als Autoren sehr verehrer.

00:34:56: Ja,

00:34:56: eigentlich eine tolle Autorin.

00:34:58: Obwohl ich fand immer einen Unterschied zwischen den Essays und den Romanen.

00:35:02: Ich finde die wirklich sehr unterschiedlich!

00:35:04: Und fand eigentlich immer die Essayistin Sirius wird doch besser als die Romanenautorinnen.

00:35:09: Dieses dicitterne Frau?

00:35:10: Ich weiß nicht, hast du die?

00:35:11: Die zitterne ist ja so fantastisch.

00:35:14: ist großartig.

00:35:16: Deswegen habe ich mit relativ viel Begeisterung zu ihrem neuen Buch gegriffen, obwohl es natürlich ein schweres trauriges Thema hat nämlich den Tod ihres Mannes der Schriftstelle Paul Oster und ich bin mir zunehmender Lektüre immer nervöser und immer enttäuschter und verzweifelter geworden weil ich dachte das kann noch nicht sein.

00:35:32: so kann man doch dieses Buch nicht schreiben und das war zum Beispiel interessant weil ich da erst mit mir selber ganz lange gerungen habe.

00:35:40: kann ich über einen Memor dass über letzte Dinge geht, das über den Abschied eines Menschen geht.

00:35:46: Dass es um Trauer geht kann ich da überhaupt kritisch darüber schreiben oder entzieht sich das literaturkritischen Kriterien?

00:35:54: und ich habe mich dann am Ende doch dafür entschieden und bin eigentlich auch froh, dass ich das gemacht habe.

00:36:00: Ich hatte eben Sorge, dass man mir das als Pehetlosigkeit auslegen würde Und deswegen auch hier wirklich auf jegliche Polemik verzichtet.

00:36:09: Das fand ich dem Thema nicht angemessen, aber die Fragen, die ich an das Buch habe oder die Ratlosigkeit mit der mich das zurückgelassen hat – dass eben nicht zu vergleichen ist mit so einem Buch wie von Joan Didion über den Tod ihres Mannes ein.

00:36:23: ein sehr ergreifendes Buch geschrieben hat und ich das eben dann doch sehr, sehr unterschiedlich fand diese beiden Bücher wenn man sie vergleicht.

00:36:31: Naja also das war so einen Einfarriss der mich beschäftigt hat aus jüngerer Zeit.

00:36:38: Ja bei Memoise ist es natürlich besonders schwierig.

00:36:41: Also da kann man diese Trennung zwischen Werk als Kritikerin oder Kritiker gar nicht mehr richtig vollziehen, weil beides verschwimmt.

00:36:49: Oder wenn es so autobiografisch ist und das ist ja rein autobiografische diese Geschichte dann trifft man eben auch den Menschen.

00:36:56: aber ich finde Ja, wenn man wenn man dann sagt Ich verzichte auf Polemik Und ich sage Aber trotzdem Was mein Einwand wäre für dieser Art des Schreibens oder Für die Art und Weise wie dass erzählt ist Ist das natürlich absolut legitim.

00:37:13: Dennis Schäck erwähnt in dem Interview mit euch gleich zu Anfang Heinrich Heine und Birne.

00:37:18: Ich war mir nicht sicher, vergleicht er sich mit denen?

00:37:21: Also soweit geht da nichts, sich mit Heine oder Birne zu vergleichen aber der Hinweis ist natürlich schon ganz gut noch mal daran zu erinnern dass Ärger über Kritik, nicht etwas ist das erst im Internetseitalter erfunden wurde.

00:37:34: Sondern schon zu Zeiten von Herne und sogar schon von Birne.

00:37:38: Die beide mit spitzer Feder schrieben existierte und die beiden in ähnlichen Debatten steckte.

00:37:44: Heine hat einmal gesagt – das zitiert Dennis Schäck auch – der Hass meiner Feinde darf als Bürgschaft gelten dass sich dieses Amt bisher recht treu-und ehrlich verwaltet Und das fand ich natürlich ganz wunderbar als ein so lustigen Hinweis darauf, Kritik zu bestätigen dessen was man da tut umzumünzen.

00:38:10: Also dass Autorinnen und Autoren sich gegen Kritik wehren und auch gerne ins Opfer-Narrativ rutschen.

00:38:17: das gab es also auch schon damals.

00:38:20: heute wird es vielleicht etwas lauter weil die Shitstorms eben im Internet doch nochmal eine Erwucht entfalten, aber Dennis Schäck zum Beispiel hat ein ganz einfaches Mittel sich dagegen zu wehren.

00:38:33: Der geht da ganz pragmatisch vor und ist nicht in den sozialen Medien.

00:38:39: Als Kritiker glaubt er, dass er da nicht viel verpasst?

00:38:43: Ich weiß nicht ob er damit recht hat, weil so viele Diskurse, so viele Polemiken und Auseinandersetzungen ohne diese Bühne gar nicht mehr zu verstehen sind.

00:38:54: Die finden dort statt.

00:38:55: Sie werden dort ... Sie werden dort eskaliert.

00:38:59: Also auch die Darm-Toiletten-Debatte, wenn wir das mal so nennen wollen, Julia hat ja vor allem sich dort zu großen Teilen abgespielt.

00:39:09: Ja ich meine er ist ja im Fernsehen und die Sender publizieren natürlich auch Videos.

00:39:14: also soweit ist er glaube ich von den sozialen Medien gar nicht weg wie er vielleicht denkt.

00:39:21: Es gibt tatsächlich in dieser sogenannten Darmentoilettendiskussion Ein Punkt, auf dem wir vielleicht noch zu sprechen kommen müssen.

00:39:28: Das ist die Dammtoilette selbst!

00:39:30: Also Check hat in Druckfisch von Kürtys Bestseller Alt genug als Nachrichten aus der Schnatterzone der Damm Toilette bezeichnet und darüber hinaus ja auch noch so viel Passmanns.

00:39:42: wie kann sie nur als Wasserstandsmeldung aus den Seichtgebieten eines trüben Bewusstseins?

00:39:49: Und Kürti und Passmann widersprachen jeweils auf Instagram kürtige, kritisierte Checks Verachtung von Frauen und Passmann fand ihn sexistisch.

00:40:00: Der Vorwurf lautet also misogenie und vielleicht können wir darüber noch mal reden weil das ist schon nochmal eine Frage wie siehst du das jetzt auch nach eurem Gespräch mit Dennis Check?

00:40:12: Ja Schäck ist ganz klar ein Kritiker mit Hang zur Zuspitzung, hang zur Pointe.

00:40:18: Bei ihm gibt es schwärmerische Blurbs aber auch vernichtende.

00:40:22: Das ist sein Gestos und das ist auch das Markenzeichen seiner Sendung!

00:40:27: Aber ihm Misogonie zu unterstellen, das finde ich wirklich absurd.

00:40:31: Also da würde ich gerne mal Belege verfinden also die Schnatterzone aus der Damentoilette ist es nicht.

00:40:37: Das ist ja selber so ein fast schon altmodisch dagereichtes Bild dass er da entwirft abgesehen davon dass die Damen Toilette ja im Das heißt, darauf zieht das ja ab.

00:40:51: Ist es in der Formulierung so altmodisch, dass ich sagen würde?

00:40:53: Das ist fast schon verharmlosen!

00:40:55: Also wenn man das vergleicht, dann müsste man eigentlich die Männer unter Dennis Schek Artenschutz stellen.

00:41:01: Weil wie er Männer vorreist, würde ich sagen, das ist doch noch mal eine andere Kategorie.

00:41:07: Über Dan Brown sagt er zum Beispiel ... Die Bücher von Dan Brown sind also delitantischer Schmarrn.

00:41:13: Sebastian Fizek, einer seiner Lieblings-Gegner.

00:41:16: Entgegner dessen Bestseller, die ja nun alle auf den Bestsellern Listen immer stehen nennt er voyeuristische Gewaltpornos.

00:41:24: und über Paulo Coelho sagt er das ist absoluter Schund!

00:41:29: Ja ich fand es deshalb auch ein bisschen peinlich als dann die ARD den Sexismusvorwurf offenbar besonders dringend schnell wieder loswerden wollte und dann eine folgende, also die nächste Druckfisch-Sendung zum Thema starke Frauen aufsetzte.

00:41:45: Das war wirklich lächerlich!

00:41:47: Da waren dann eben die genannte Syrihustwertthema und die argentinische Schriftstellerin Samantha Schweblien, die gerade einen wichtigen Preis bekommen hatte und zur Mülltonne wurde von der ARD gesagt dass man sie Jetzt nenne eine Transportkiste für jene Literatur, die zurückgestellt wird ins Regal.

00:42:09: Also kein Müll mehr sondern Recycling.

00:42:12: also das war wirklich ja weil ich absolut ratlos wie lächerlich soll es noch werden?

00:42:20: aber ist natürlich ganz interessant in diesem Zusammenhang mal also Misogenie überhaupt zu fragen okay was ist misogenie im Literaturbetrieb?

00:42:29: und mir fiel dann gleich ein diese Sendung.

00:42:32: Du hast sie bestimmt auch noch in der Erinnerung des literarischen Quartetts im ZDF.

00:42:37: Das war im Sommer zweitausend, und der ist zum Eklarkamen.

00:42:42: Ich habe nochmal nachgeschaut das war der dreißigste Juli zweitaussend Und da entzündete sich ja ein Streit an einem Roman von Haruki Murakami Gefährliche Geliebte und zwar einen Streit zwischen Sie kriegt Löffler Und Marcel Reichranitzky, aber auch Helmut Karasek.

00:43:03: Und Sigrid Löffler sagte Sprache wie vom Hirn erweichenden Vögeln der Romanfigur Murakamis und nannte das Buch dann Literarisches Fast Food.

00:43:14: Für Marcel Reichanitzky und Helmut Carasek war Löfflers Ablehnung.

00:43:19: Dann wollen wieder mal ein Indiz dafür dass ihre kollegin erotische Literatur grundsätzlich ablehne Und damit stand dann der Vorwurf, der Frigidität implizit im Raum.

00:43:32: Also so konnte man das gar nicht anders verstehen und davon war Löffler ja sehr getroffen.

00:43:37: also man hatte fast das Gefühl dass sie fast weint Und verließ daraufhin das Quartett.

00:43:44: und wenn man sich heute die Sendung nochmal anschaut, ist es wirklich bitter.

00:43:50: Sie hat danach ja ein Spiegelinterview gegeben und hat gesagt, dass wäre das reinste Lehrstück in Frauenfeindlichkeit gewesen.

00:43:58: Man hätte irgendwie sie.

00:44:00: indem man sie als Frau entwertet habe wollte man sie eben auch als Kritikerin beschädigen und ich sehe das auch so.

00:44:07: also Das war schon dann auch Thema, aber ich kann mich nicht daran erinnern.

00:44:14: Also es wurde viel gesprochen und es war viel diskutiert.

00:44:17: das ist diese diesen Eklagab, aber Ich hatte schon das Gefühl Es wurde mehr über den Aufruhr, den Eklagesprochen als über diese Explizite wie ich finde Frauenfeindlichkeit Reich-Randitzki's die dann von Karasek ja auch gestützt wurden.

00:44:36: Ja, ja.

00:44:37: Absolut!

00:44:37: Ich kann mich da auch noch so gut dran erinnern, obwohl das so lange her ist.

00:44:41: Das ist ja zu einer Zeit gewesen als es noch keine sozialen Medien gab und ich erinnere das eben noch sehr genau in diese späten neunziger Jahre.

00:44:49: Da war das eben fast normal.

00:44:52: also wir waren jung, wir waren emanzipiert Wir waren überzeugt von uns und dachten bei diesen Dingen die gelegentlich passierten wie eben dieser absolut für federhaften Behandlungen von Siegfried Löffler, okay das müssen wir eben aushalten.

00:45:09: Diese tatsächlich männliche Herabwürdigung die so als Ton da immer mitgelaufen ist.

00:45:16: Na ja gut aber das war schon krass.

00:45:18: also das war jetzt nicht die Normalität würde ich sagen oder?

00:45:21: Naja ich würde sagen uns... Also wir beide sind nochmal eine andere Generation als Sieg Fried Löffer.

00:45:27: Wir sind als Generation, also auch als weibliche Generation noch mal anders gefördert worden.

00:45:31: Anders ernst genommen wurden, anders unterstützt wurden.

00:45:33: Aber Sie gibt Löffler und diese Frauen dieser Generation waren ja echt als Einzelkämpferinnen unterwegs.

00:45:40: Und was du vorhin über die Kritik und den Unterschied zwischen Werk- und Autor gesagt hast – dass man das Werk kritisiert und nicht in Auto?

00:45:47: Das hat ja Reich Ranitzke hier berücksichtigt, weil er hat auch hier Ad-Personen am Secret Läufler angegriffen.

00:45:56: Und wenn man sich das... Man kann sich das heute echt kaum noch anschauen,

00:46:00: weil es so

00:46:02: bitter ist und man das rückblickend nicht versteht.

00:46:05: wie du sagst.

00:46:06: Es wurde viel über diese Fall diskutiert, aber es wurde überhaupt nicht Siegfried Löfflein irgendeiner Weise zur Seite gesprungen.

00:46:14: Also weder von den Sender noch vom Publikum, noch von uns ja damals wie du sagst in ein Interview gegeben.

00:46:20: Aber das war's mehr oder weniger!

00:46:22: Man hat diese Abwertung heruntergeschluckt aus Routine und Pragmatismus auch aus Angst als empfindlich zu gelten?

00:46:30: Das war... tatsächlich unter den jungen Frauen, die ich damals so erlebt habe.

00:46:34: Das war auch eine große Sorge.

00:46:36: Man wollte mit den Männern in der Küche stehen und da ist es heiß, da wird gekocht.

00:46:40: Und dann muss man eben Dinger aushalten und der Große von mir und uns verehrte Marcel Reichranitzki hat eben auch Urteil der getroffen, dir heute ganz bestimmt nicht mehr durchkämen.

00:46:55: Unter anderem eben auch diese einen Satz erkenne... Ich hab's mir nochmal aufgeschrieben Damit ich es nicht falsch zitiere, erkenne nicht eine Frau die im zwanzigsten Jahrhundert gut auf Deutsch geschrieben hätte.

00:47:07: Ja also Horror eigentlich.

00:47:10: Aber tatsächlich ein Thema wie sexistisch.

00:47:13: das kam ja jetzt auch in der Debatte wieder auf.

00:47:15: Wie sexistische war der Literaturbetrieb und wo ist er noch?

00:47:19: Also es gibt ja von Nicole Seifert dieses Buch über die Frauen in der Gruppe siebenvierzig dass sich sehr interessant finde.

00:47:27: Caroline Walz, Roman die Assistentin gerade in dieser Hinsicht wirklich interessant.

00:47:32: Weil es ja um eine Mitu-Geschichte im Literaturbetrieb geht in diesem Roman ein Thema über das dann aber leider niemand diskutiert hat.

00:47:41: Also könnte man vielleicht nochmal nachholen?

00:47:44: Die Darmentolette du hast das vorhin schon erwähnt ist ja aber keine Erfindung von Dennis Schäck und vielleicht können wir die die Szene noch mal zitieren.

00:47:53: Sie kommt ja im Buch auch vor

00:47:57: Genau, also sie kommt mehrfach vor die Toilette auf Seite zweihundertdreißig.

00:48:01: Gibt es ein längeres Zitat?

00:48:03: Ich lese das einmal vor.

00:48:05: so steht es in dem Buch von Indico von Kürti.

00:48:10: Auf der Toilete höre ich wie zwei Frauen am Waschbecken leise miteinander sprechen.

00:48:15: Roland ist schon wieder total besoffen Der isst mir fast in den Ausschnitt gekrochen.

00:48:22: Eben habe ich gesehen, wie er sich an die Kellnerin rangemacht hat.

00:48:26: Wenn er damals nicht an die Falsche geraten ist – diese jungen Frauen lassen sich nicht mehr so viel gefallen als wir!

00:48:33: Was lassen wir uns denn überhaupt gefallen?

00:48:36: Du sagst doch auch nichts wenn er dir die Hand auf den Hintern legt

00:48:40: oder?".

00:48:44: Ja und ich finde man muss diese Stelle dann doch kennen Wenn man darüber diskutiert, also in den Augen vieler war ja Dennis Schecks Bemerkung keine Beschreibung oder polemisch oder abwertend im Unterton sondern eine Herabwürdigung von Darmtoiletten und deshalb auch eine von Frauen.

00:49:02: Deshalb war dann überall von Dammtoilette als feministischer Kampfzone zu lesen und auch da wo es überhaupt nicht mehr um Bücher- oder Literaturkritik ging, das fand ich ganz lustig.

00:49:13: Es gab im Spiegel zum Beispiel einen Artikel über die Grünen in Bayern und da ging es um mehr Gleichberechtigung auf dem Klo beziehungsweise vor dem Klow und dann wurde diese Darmtoilette-Debatte Kontroverse angeführt als das große Thema.

00:49:31: also es wurde sozusagen zu einem allgemeinen Thema gemacht, Streitthema gemacht.

00:49:38: Ja, also am fünfundzwanzigsten Juli kann man ja nochmal erwähnen.

00:49:41: Er scheint eben jetzt bei Ohlstein eine eigene Antologie die sich der Damentoilette widmet.

00:49:49: Das heißt auch die Damen Toilette in Zweiundzwanziger Liebeserklärungen.

00:49:54: sie enthält unter anderem Beiträge von Gabriele von Arneem Katja Eichinger besagte Nicole Seifert danach Vorwinkel und noch vielen anderen Und die Widmung lautet Zitat für alle Leserinnen und für jene, für die Damentoiletten umkämpfte Räume sind.

00:50:12: Und ein Sophie Passmann-Zitat gibt es dann ja auch Geschnatter auf der Damenttoilette für immer.

00:50:18: Ich weiß nicht ob das dann hinten draufsteht?

00:50:20: Vielleicht hätten wir überhaupt unseren Podcast.

00:50:28: Wir dürfen ja Bücher vor Erscheinung nicht rezensieren.

00:50:30: Das gehört zu den Regeln der Literaturkritik, das heißt wir bekommen die Druckfahren schon vor Erscheinen und es gibt Aber auch eine Sperrfrist bis zum Erscheinungstermin.

00:50:44: Das heißt, wir können jetzt gerade die Literaturkritik von Die Dammentulette abliefern hier.

00:50:51: aber ich glaube die Frage ist erlaubt hast du schon mal reingelesen in das Buch?

00:50:56: Ja ja natürlich!

00:50:58: Ich will das natürlich auch unbedingt wissen ob das Buch dann das Versprechen aus dem Vorwort einlöst dass die Dammntulette eben kein stilles Örtchen ist sondern sehr laut und wie es ein bisschen gedrextet im Vorwort heißt, einen politischen Ort an dem Zitat gesellschaftliche Machtverhältnisse geschlechternormen Fragen von Teilhabe und Diskriminierung sichtbar werden.

00:51:25: Also ich kann da vielleicht ein eigenes... Toiletten von Plasmabalsch, Steuern.

00:51:32: Ich bin vielmehr jetzt bei der Lektüre eben ein.

00:51:34: ich war als junge Frau in New York und habe dort die Radio City Music Hall oder Radio City Hall also diesen Musik-Tempel da besucht aus den Zwanzigerjahren und bin also durch dieses eine Touristengruppe durch diese Örtlichkeit geführt worden.

00:51:49: dann kamen wir zu der Männertoilette und da war so eine Raucherzimmer mit einem Stuhlkreis Lederfotoes und die waren im Kreis.

00:51:57: Und es war irgendwie Zusammenkunft, Geselligkeit und so.

00:52:00: Also man sah ... Obwohl dann jemand saß natürlich, man sah quasi lauter Leute miteinander im Gespräch.

00:52:05: Dann sind wir zu den Darmentoiletten und da war eben auch ein runder Raum aber das war ein Schminkzimmer mit einem Spiegel in der Rundung.

00:52:12: Die Stühle waren zum Spiegl hinausgerichtet.

00:52:15: Das heißt alle Damen, die dort Platz nahmen, schauten sich in den Spiegeln und wandten einander den Rücken zu.

00:52:23: Und da war mir irgendwie klar, oder da wurde mir so in dem Moment klar das Räume eben tatsächlich auch nicht neutral sind.

00:52:29: Sondern irgendwie fast uns zu wispern, wofür sie da sind und was wir da tun sollen.

00:52:36: Das habe ich zumindest damals als junge Frau gelernt.

00:52:40: Hattest du auch einen damen Toilettenerlebnis?

00:52:45: Ich weiß, ich habe nie wirklich zu denen gehört die zum Beispiel gemeinschaftlich aufs Klo gegangen sind oder auf's Klo gehen meistens eher allein.

00:52:53: Aber ich weiß noch dass ich in München Ich weiß nicht, da war ich so neunzehn oder zwanzig.

00:52:58: Hat mich mal jemand mit ins Parkcafé genommen, wo ich noch nie gewesen war und da war das Darm-Klo wirklich eine Art Kulturschock für mich.

00:53:06: So eine Mischung aus berauschend und abstoßend denn das ganze wie ... War da ein riesiger Salon?

00:53:13: Alle hatten riesige Handtaschen voller Beautyprodukte Haarspray Bürsten also das volle Programm und sah natürlich toll aus eigentlich wie in einem Live Helmut Dietl Film.

00:53:25: Man sah aber, das war keine Gemeinschaft.

00:53:27: Sondern wie so eine große Konkurrenzveranstaltung.

00:53:30: und ja vor allem leider auch für mich weil ich war glaube ich damals in Jeans und Pulli da und fühlte mich sehr fremd Aber ja klar als soziale Räume als als auch sociologisch zu untersuchende Räime.

00:53:43: Und darin ist das Buch interessant und viele der Texte bestimmt lesenswertes.

00:53:47: dass natürlich auch ne Fundgrube Interessant und Ich glaube so viel können wir verraten Ist Das Der Name Schek in dem Buch eigentlich nicht richtig vorkommt.

00:53:57: Ich habe das nochmal gecheckt sozusagen und hab den Namen der Suchfunktion eingegeben, und es kamen dann drei Ergebnisse zweimal das Wort auschecken und einmal das Wort das Adjektiv checkig dass ich auf Schatten bezog aber eben nicht der Name des Literaturkritikers Dennis Check.

00:54:15: also es geht offenbar um ein Projekt ist eine Wiederanneignung Negativ gebrauchten Begriffsdamentulette als Rückgewinnung von Deutungshoheit, so hip hop-artig.

00:54:27: Und die Einzige und das fand ich interessant, die Debatte selbst zum Thema macht es in diesem Buch die Schriftstellerin Dana Vorwinkel, die du eben schon genannt hast, die in ihrem Text mit dem Titel Lestern kotzen, pissen, wegschauen draufhauen schreibt dass das bejubeln der Frauenfreundschaft ihr immer suspekt war, dass die Debatte deshalb zu viel geleitet sei weil dass das, was auf Darmtoiletten besprochen wird oberflächliches Geschnatter sei für sie sexistisch und überheblich sei.

00:55:00: Und es im Umkehrschluss aber auch nicht darum gehe, dass jedes Gespräch auf dem Frauenklo toll und tiefgründig sei.

00:55:08: Das sehe ich auch so...was ich bezahlt finde ist Es ist ja auch ein lustiges Buch, dass Dennis Schäck kommt und die Darmtoilette beleidigen muss.

00:55:18: Wie das hier viele wahrnehmen und damit eine Darm-Toilettenantologie entsteht.

00:55:24: Das erscheint mir etwas übertrieben aber ... Vielleicht siehst du das anders?

00:55:29: Na ja, da sind die Gesetze der Aufmerksamkeitsökonomie.

00:55:32: Das haben wir doch inzwischen begriffen.

00:55:35: Wenn etwas derart im Gespräch ist oder ins Gespräch gebracht wird wie jetzt die Damen und Toilette durch diesen einen Satz von Dennis Schäck zu dem Buch von Ildikov von Kürti... Also dass schon die Google-Algorithmen ganz heiß laufen, das ist doch klar!

00:55:49: Dass dann Lektoren in Verlagen sitzen oder vielleicht auch Autoren an schreibtischen Sitzen und denken so kann man daraus irgendwie nochmal was Neues trinken, kann man da

00:55:59: anknien.

00:56:00: Glaubst du das es funktioniert?

00:56:01: Glaubste das wäre doch jetzt eine interessante... Was meinst du?

00:56:08: Ich habe bei Dennis Scheck, der nun die Bestseller liest seit über zwanzig Jahren und glaube ich etwas über die Mechanik gelernt hat.

00:56:15: Der hat etwas Interessantes zu den Bestsellern gesagt nämlich warum sie sich häufig so ähneln, warum so wenig Innovation dabei ist sagt, dass ist dieser Appetit das more of the same.

00:56:27: Also das Amazon funktioniert ja so, ne?

00:56:29: Also if you like this then you will like it as well.

00:56:33: und das ist sozusagen eine Erfolgsformel.

00:56:37: also der Hunger nach dem immergleichen und das könnte eben auch sein ...durch aus hier so funktioniert, dass die Damentoilette, die jetzt so im Gespräch ist.

00:56:49: Die ist so sehr im Gesprächen, weil wir beide diesen Podcast fühlen... Auf jeden Fall!

00:56:52: ...auf jeden Fall eine Reflexion müssen wir uns schon erlauben, dass das auch auf diese Anthologie abfärbt.

00:56:59: Wir werden es sehen.

00:57:01: Was ich auch noch interessant finde, ist, dass hier aus dieser Auseinandersetzung Zumindest von der Voraussetzung her, die Grundsätze der Literaturkritik betrifft.

00:57:12: Also ob im Fernsehen oder anderswo mehr und mehr auch in der Wahrnehmung von außen oder durch die Diskussion eine Geschlechterdebatte gemacht wurde.

00:57:22: Und das heißt nicht dass es nicht um schlechte Fragen geht.

00:57:25: also haben wir jetzt ja schon erläutert.

00:57:27: aber Es geht eben nicht nur um geschlechter fragen.

00:57:31: Und neulich gab es ja, ich weiß nicht ob du das mitbekommen hast.

00:57:35: Hier in Berlin war ja diese Republikar und da gab es ein Podium über das dann viel diskutiert wurde über Vorschüsse bei Buchverträgen.

00:57:46: Genau!

00:57:47: Da ging's doch um die Diskussion zwischen den Autoren Maike Kaiser und Hannu Sauer zum Thema... Unsichtbare Ordnung.

00:57:56: Was das bedeutet?

00:57:57: Genau, und Maralke Kaiser sagte da ja sie müssten

00:58:00: mal

00:58:01: ihre Vorschüsse vergleichen also die beiden Autoren mal vergleiche was sie jeweils für ihre Bücher bekommen haben und bei Hanno Sauer war das dann... Also das haben die dann auch gemacht.

00:58:11: Was lustig ist und was ungewöhnlich ist und deshalb hat er es eben auch aufsehen erredet weil über diese Preise ja eigentlich nicht so gesprochen wird also über diese Vorschüße.

00:58:20: Und bei Hannu Sauer waren das dann hundertsechzigtausend Euro und bei Maralke Kaiser fünfzehntausend, wobei sie da noch sagte ich habe noch nie in meinem ganzen Leben hundert sechzig tausend euro für irgendwas bekommen.

00:58:35: Noch nie in meinen ganzen leben und er ja so bisschen Wirkte so etwas zynisch, ich schon das öfteren.

00:58:44: Ja ja dabei muss man nochmal erklären was eigentlich Vorschüsse sind ne?

00:58:48: Das hatten die ja in dem Panel nicht so richtig erklärt.

00:58:50: Genau also genau es wurde eigentlich so gesprochen als wäre der Vorschuss einer Art Gehalt.

00:58:57: Genau!

00:58:58: Dabei ist der Vorausschuss eine Art, so verstehe ich, Gewinnprognose Das Verlage in Vorleistung gehen und versuchen abzuschätzen, wie erfolgreich eben ein Buch sein könnte.

00:59:09: Was sich dann wiederum an dieser Vorschusszimmer bemisst.

00:59:12: Und wenn dann ein Buch erschienen ist werden die Prozente, die man pro verkaufenden Buch erhält mit dem Vorschuß irgendwie verrechnet Und das alles wird zwischen Verlag und Auto ausverhandelt.

00:59:24: Man kann aber auch mit einem niedrigen Vorschuss, das heißt gar nicht dass man dann wenig verdient mit deinem Buch weil wenn man viele Bücher verkauft, kann man womöglich dann auch noch vom Verlag Geld erhalten.

00:59:34: Wenn man eben genug Bücher verkauft hat.

00:59:37: allerdings, manche Vorschüsse werden nie eingespielt.

00:59:43: Das Besondere war ja bei der Klassismus-Debatte auf der Republik wo das genannt wurde und gerade bei Maralke Kaiser um Geschlechterfragen ging, entstand dann in den Kommentaren der Eindruck es gäbe auch hier einen grundsätzlichen Gender Pay Gap im Literaturbetrieb.

01:00:01: Und das stimmt dann auch wieder nicht.

01:00:03: Also ich finde, man muss dann immer so differenziert bleiben.

01:00:06: Ich habe neulich mit einem Literaturagent unterhalten der sagte dass man das auf keinen Fall für allgemeinern könne und es ist im Gegenteil eher so sei, dass gerade mittelalte Männer im Moment eher geringere Vorschüsse bekämen also Ausnahmen gibt's natürlich immer oder Bücherschwere Verlage fänden, was daran liegt das im Moment eher Bücher von Frauen gefragt sein.

01:00:32: Das ist total interessant dass du das jetzt nochmal ansprichst weil das Pendel eben.

01:00:35: wir haben gerade über die neunziger Jahre gesprochen in der Zeit von Esriket Löffler und wie schwer es damals junge Frauen hatten.

01:00:41: heute hat sich diese Situation komplett umgedreht.

01:00:45: und äh der ältere Äh weiße Herr hat womöglich ein Literaturbetrieb Nachteile, wir hatten da gerade einen ganz interessanten Text auch im Blatt dazu.

01:00:55: Da hat ein junger Wissenschaftler darüber nachgedacht warum das eigentlich so ist dass junge Männer nicht mehr lesen oder wenigstens sehr viel weniger lesen als junge Frauen.

01:01:05: die Forschung spricht hier übrigens schon von einem genderlese Gap Und das bezieht sich jetzt eben sozusagen auf die Männer, die nicht mehr lesen und seien befunden.

01:01:16: Den fand ich doch einigermaßen bestürzen.

01:01:17: Denn die Realität auf dem Buchmarkt sieht eben so aus wie du bzw der Literaturagent mit dem du da gesprochen hast eben auch skizziert hast Es sind Frauen deren Bücher im Moment gefragt sind.

01:01:30: Autorinnen werden ausgezeichnet kriegen Literaturpreise werden gefördert werden ins Programm genommen Das geht bis in die Stoffentwicklung hinein.

01:01:38: es gibt So schrieb dieser Wissenschaftler bei uns.

01:01:42: Nicht mehr genug literarische Angebote für Männer, es gibt wenig Identifikationsfiguren für männliche Leser.

01:01:49: Es gibt weibliche Hauptfiguren und viel Pastel.

01:01:52: Es ist eine Verweiblichung der Literatur.

01:01:56: Davon hat er gesprochen.

01:01:57: Und quasi die Lesekrise mit der... Krise der Männlichkeit zusammengebracht.

01:02:03: Das fand ich hochinteressant und finde, da muss man unbedingt darüber weiter nachdenken.

01:02:08: also womöglich sind wir mittlerweile in einer Zeit angekommen indem wir die Männer wieder empowern müssen.

01:02:13: Ja, nicht.

01:02:14: Nick Hornby hat dazu neulich auch was gesagt.

01:02:16: Auf einem Podium fand ich auch interessant das Klang so ähnlich und da ging es um Empathie weil man durch Lesen ja auch Empathien lernt.

01:02:24: und wenn es sozusagen keine Angebote gibt Lese angeboten lesestoff für männliche Leser dann dann findet auch diese durch Literatur mögliche Ausbildung in Empathied nicht statt finde ich wirklich einen wichtigen wichtigen Punkt.

01:02:41: und ich denke halt Es ist einfach so langweilig, wenn man dann so einen Dimensionale-Opferdebatten führt oder immer schon klar ist wo die Fronten sind.

01:02:52: Das ist doch dann insgesamt am Ende immer viel komplizierter.

01:02:56: Fast schon ein Schlusswort?

01:02:58: Ein Pläne für die Komplexität Julia!

01:03:01: Wir müssen trotzdem noch sagen was geht denn jetzt eigentlich aus dem allen hervor und was bedeutet das für die Literaturkritik?

01:03:09: Ja, das ist nur die ganz große Frage.

01:03:11: Tja was geht daraus hervor?

01:03:12: Ich würde mal sagen vielleicht sollten wir uns alle nicht ganz so wichtig nehmen.

01:03:15: Vielleicht kann man es mit ein bisschen mehr Demut, mit ein bissel mehr Humor, mit einem bisschen Oscar Wilde formulieren.

01:03:22: der hat glaube ich gesagt und der Kritiker ist wunderbar tolerant er verzeiht alles!

01:03:27: Nur kein Genie.

01:03:30: Es gibt ja Stimmen die sagen dass die gegenwärtige Literaturkritik sozusagen geworden sei Und ich finde das auch oft.

01:03:36: Es sind oft alle so schrecklich nett zueinander, vielleicht auch weil sie sich demnächst auf irgendeinem Podium wieder begegnen oder in irgendeiner Jury eingeladen werden wollen und eben dieser ganze Klingeln.

01:03:51: Natürlich sind Verrisse interessanter oder spannender zu lesen also für Außenstehende aber es kann natürlich andererseits auch nicht um den Veriss um seiner selbst gehen.

01:04:04: Eine Disziplin.

01:04:07: In dieser Diszipline zählt jedes Wort, jedes Argument und es gibt ja auch Bücher die einfach großartig sind aber die müssen wir halt immer wieder aufs Neue

01:04:16: finden.".

01:04:21: Das war die Sonderfolge des FAZ-Bücher Podcasts.

01:04:24: Wenn Sie Nachfragen, Anmerkungen, Beschwerden oder Lob haben erreichen sie uns unter der Adresse bücher-podcastetfaz.de.

01:04:33: In der nächsten Folge begrüßt sie am einzwanzigsten Juni an dieser Stelle unser Kollege Kai Spanke, er spricht mit dem Psychiater und Philosophen Thomas Fuchs.

01:04:43: Der zusammen mit Thomas Arnold gerade bei Surgkamp das Buch Das Unersättliche Selbst Phänomenologie des Narzissmos veröffentlicht hat.

01:04:52: Wir danken David Bruglacher und Kevin Gremel für die Produktion dieser Folge Und ihnen liebe Hörerinnen und Hörern fürs zuhören.

01:05:00: Bis

01:05:01: dann!

Über diesen Podcast

Die F.A.Z.-Redakteure Maria Wiesner, Fridtjof Küchemann, Kai Spanke und Paul Ingendaay stellen im Bücher-Podcast der F.A.Z. ausgewählte Neuerscheinungen und Klassiker der Literatur vor. Sie sprechen mit Schriftstellern, Übersetzern und anderen Experten des Literaturbetriebs und beschäftigen sich mit den Eigenheiten des literarischen Lebens und Lesens.
Jeden Sonntag erscheint eine neue Episode. Einmal im Monat wird ein Literaturrätsel gestellt und unter den Einsendern der richtigen Lösung ein Buch verlost. Viel Spaß beim Mitmachen!

Die E-Mail-Adresse für Anmerkungen, Nachfragen, Lob und Kritik: buecher-podcast@faz.de. Der Bücher-Podcast auf Instagram: @fazbuecher.

Alle Folgen können jederzeit hier angehört werden: https://www.faz.net/podcasts/f-a-z-buecher-podcast

von und mit Frankfurter Allgemeine Zeitung

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