Dich der Welt zurückgeben: Radka Denemarková über ihren Roman „Schokoladenblut“
Eine Frau schleppt sich durch das winterliche Prag, am Ende ihrer Kräfte, am Ende ihres Lebens. Alle haben sich von ihr abgewandt. Heute liest jedes Schulkind in Tschechien ihren einzigen Roman. Und der zeigt nicht einmal, was für eine Schriftstellerin sie hätte sein können.
Eine Frau flieht nach Paris und schert sich nicht um das, was einer Frau in ihrer Zeit angeblich zusteht und was nicht. Sie mischt in den Debatten ihrer Zeit mit, wechselt ihre Liebhaber, kleidet sich wie ein Mann – und wird unter ihrem männlichen Autorenpseudonym berühmt.
Ein Mann schaut auf die Erdölfelder Pennsylvanias und lässt sich neue Mittel und Wege einfallen, alles an sich zu reißen. Er würde sich einen gläubigen Menschen nennen, doch Barmherzigkeit kennt er nicht. Heute sehen wir ihn als Fährmann in eine skrupellose Welt.
Drei Biografien, die stellvertretend für das 19. Jahrhundert stehen, für ein Jahrhundert, in dem so vieles seinen Anfang nahm, mit dem wir heute zu leben, mit dem wir heute zu kämpfen haben, stellt die tschechische Schriftstellerin Radka Denemarková ins Zentrum ihres neuen Romans „Schokoladenblut“, der Anfang des Monats in deutscher Übersetzung erschienen ist.
Wer sind diese drei, was haben sie uns hinterlassen, welche Linien ziehen sich durch ihre Leben und von dort in unsere Gegenwart? In dieser Folge das Bücher-Podcasts der F.A.Z. ist Radka Denemarková mit „Schokoladenblut“ zu Gast. Nach dem Gespräch kommt ein neues Literatur-Rätsel von Tilman Spreckelsen nebst Lösung des Rätsels aus dem Mai 2026 und dem Namen der Gewinnerin oder des Gewinners eines Buchs, das wie immer unter den richtigen Einsendungen verlost wurde.
Radka Denemarkovás „Schokoladenblut“ auf der Website des Verlags Hoffmann & Campe
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